Als Autorin von Kurzgeschichten aus dem Leben höre ich oft die Frage: „Ist das wirklich so passiert?“ oder „Wer ist diese Figur in echt?“
Meine Antwort ist immer ein bisschen kompliziert, aber ehrlich: Meine Geschichten sind zu 100% inspiriert von der Realität, aber nur zu 5% faktisch wahr.
Ich bin eine Geschichtensammlerin, keine Protokollantin. Mein Oldenburger Alltag, die Beobachtungen im Café, das skurrile Erlebnis auf dem Flohmarkt – das sind meine Rohdiamanten. Aber die wahre Magie passiert, wenn ich diese Realität nehme und sie in die Hände der Fiktion gebe.
Die Wahrheit hinter der Beobachtung
Die Essenz meiner Arbeit ist die Überzeugung, dass der Alltag voller unentdeckter Dramen und unbezahlbarer Komik steckt.
Nehmen wir zum Beispiel die Flohmarkt-Story:
Ja, ich organisiere einen Frauenkleiderflohmarkt, und ja, ich jongliere wirklich mit überlangen Kleiderstangen und logistischen Albträumen. Das ist der reale Kern.
Aber die Figur, die darauf besteht, dass ihr Tisch nur 5 cm weiter nach links muss, weil das Licht dort besser fällt? Das ist eine Mischung aus drei verschiedenen, harmlosen Anfragen, die ich zu einem komischen Charakter verdichtet habe. Die Dialoge sind überzeichnet, die Verzweiflung der Organisatorin übertrieben (aber ehrlich empfunden!).
Das ist der Prozess:
- Beobachtung: Ich nehme eine wahre, emotionale Situation (Stress, Eifersucht, Freude, Chaos).
- Verdichtung: Ich schäle alles Unnötige weg und überhöhe das Komische oder Tragische.
- Fiktionalisierung: Ich gebe den Figuren neue Namen, andere Berufe und erfinde den Ausgang, um die Pointe oder die Moral der Geschichte zu unterstreichen.
Alltagshelden und du
Meine Kurzgeschichten sind damit eine Art Hommage an die Alltagshelden. Ich feiere die kleinen Kämpfe, die wir alle führen – ob es darum geht, den perfekten Parkplatz zu finden, die nervige Verkäuferin abzuwehren oder den Mut für einen Neuanfang zu finden.
Ich schreibe, was ich erlebe, weil ich weiß, dass es dich auch betrifft. Meine Aufgabe als Autorin ist es, diese Momente so zu verpacken, dass sie nicht nur unterhalten, sondern dir vielleicht ein Lächeln entlocken und sagen lassen: „Ja, genau so ist das Leben!“
Wenn ihr meine Geschichten hört oder lest – egal ob im Podcast, im Buch oder bei der Lesung – wisst ihr: Die Emotion ist echt. Der Rest ist meine künstlerische Freiheit, um euch den besten literarischen Pausenbiss zu servieren.

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